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Bildung auf Augenhöhe: Der VfFB setzt auf Dialogfähigkeit und Solidarität

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Anlässlich des Welttages der kulturellen Vielfalt am 21. Mai zeigt der Verein für Franziskanische Bildung, wie Dialog auf Augenhöhe in der Praxis funktioniert – in mehr als 50 Bildungseinrichtungen für Kinder und Jugendliche aller Altersstufen.

Sr. Sonja Dolesch, © Pullirsch
Sr. Sonja Dolesch, © Pullirsch

Am 21. Mai ruft die UNESCO alljährlich den Welttag für kulturelle Vielfalt, Dialog und Entwicklung aus. Für den Verein für Franziskanische Bildung (VfFB) ist dieser Tag eine Gelegenheit, sichtbar zu machen, was in seinen Einrichtungen täglich gelebte Praxis ist. „Dialogfähigkeit und Solidarität, auch mit anderen Religionen und Kulturen, sind in unserer Zeit gefragt und dringend notwendig. Dies zu vermitteln, sehen wir als unseren Auftrag", sagt Sr. Sonja Dolesch, Vorstandsvorsitzende des VfFB.




Werte, die wirken

Sr. Vera Ronai, © Pullirsch
Sr. Vera Ronai, © Pullirsch

Im Leitbild des VfFB sind Solidarität, Geschwisterlichkeit und der Dialog auf Augenhöhe fest verankert. „Unser Ziel ist es, Kinder und Jugendliche darin zu begleiten, eine tiefe Verwurzelung im eigenen Glauben zu entwickeln," erklärt Sr. Vera Ronai, Referentin für Pastoral und franziskanische Prägung im VfFB. „Nur aus dieser inneren Standfestigkeit heraus erwachsen die Freiheit sowie die Kraft für die Herausforderungen gelebter Vielfalt, anderen Religionen mit echter Offenheit und Wertschätzung zu begegnen."


Aufeinander zugehen


Lisa Reitböck, © Holzmann-Riedler
Lisa Reitböck, © Holzmann-Riedler

Wir feiern die christlichen Feste im Jahreskreis – wir binden aber selbstverständlich auch andere Kulturen ein, je nachdem, was die Kinder mitbringen. Heuer hat eine muslimische Kollegin die Osterfeier organisiert, während sie selbst den Ramadan einhielt. Was uns eint, ist die Bereitschaft, aufeinander zuzugehen und etwas gemeinsam zu machen", sagt Lisa Reitböck, Leiterin des Horts des VfFB in Attnang-Puchheim (OÖ).




Njomeza Shala, © Kristin Paulus
Njomeza Shala, © Kristin Paulus

Njomëza Shala, Klassenlehrerin in der Privaten Volksschule des VfFB in Vöcklabruck (OÖ), ist Muslima – ihre Eltern kamen aus Ex-Jugoslawien nach Österreich. „Ich sehe mich als Brückenbauerin“, betont sie. „Wenn muslimische Kinder merken, dass auch ihr Fest anerkannt wird, sieht man das Strahlen in ihren Gesichtern. Ich hätte nicht erwartet, dass ich mich als Muslima an einer katholischen Schule so angenommen fühlen würde – von den Kindern und von meinen Kolleginnen.


Schule gemeinsam gestalten


Bernhard Ecker, © Andreas Binder
Bernhard Ecker, © Andreas Binder

Keine Trennung, sondern Begegnung" – das ist die Devise von Bernhard Ecker, Schulleiter der Privaten Mittelschule des VfFB in Amstetten (NÖ). Schule solle der Ort sein, an dem Jugendliche lernen, „Unterschiede zu respektieren und gemeinsam die Zukunft zu gestalten". Dabei denkt Ecker Vielfalt weit: „Es geht ja nicht nur um Religionen oder ethnische Gruppen, sondern um jegliche Vielfalt. Ich finde es wichtig, auf die Kinder und Jugendlichen individuell einzugehen, ihre Bedürfnisse zu kennen und das im Schulalltag zu berücksichtigen." Gelebt wird dieser Anspruch an der PMS Amstetten im Projekt FOKUS – Lernen für die Welt von morgen, in dem die Schülerinnen und Schüler eigenverantwortlich an Projekten arbeiten, die ihren individuellen Interessen und Stärken entsprechen – von Kreativwerkstatt und Podcast-Produktion bis hin zu Sozialprojekten und Nachhaltigkeit. Unterschiedliche Talente und Interessen sind gleichwertig, Lehrkräfte agieren als Coaches auf Augenhöhe, und die Arbeit im Team fördert Dialog und gegenseitiges Verständnis.


Vielfalt konkret


IKU Projekt Sr. Klara Fietz, © Liegle
IKU Projekt Sr. Klara Fietz, © Liegle

Im Grazer Kindergarten Sr. Klara Fietz und in den ersten beiden Volksschulklassen tauchten die Kinder heuer im Rahmen des interkulturellen Projekts „IKU – Spielend erleben" (ISOP) in fremde Länder und Kulturen ein – vom Zubereiten exotischer Früchte bis zum Gestalten von T-Shirts mit afrikanischen Symbolen. Den Abschluss bildete Ende April ein Fest mit Musik, Tanz und einem Buffet aus den Herkunftsländern der Familien: von Apfelstrudel über georgische Salate bis zu kroatischen Süßigkeiten.




Benefizkonzert 2026, © Stefan Leitner
Benefizkonzert 2026, © Stefan Leitner

Am Standort Graz-Eggenberg, an dem sechs Einrichtungen des VfFB beheimatet sind, ist das jährliche Benefizkonzert bereits Tradition: Schülerinnen und Schüler aller Altersstufen gestalten gemeinsam mit Lehrenden und Mitarbeitenden in der Verwaltung ein Programm mit Werken aus verschiedenen Kulturen und Weltgegenden. „Bei uns am ORG sind Kinder und Jugendliche aus mindestens zehn Nationen; neben dem katholischen Religionsunterricht bieten wir Unterricht für mehrere Weltreligionen an – vom Islam bis zum Buddhismus. Diese Vielfalt passt gut zu unserer franziskanischen Ausrichtung: Toleranz, Gemeinsamkeit und Begegnung auf Augenhöhe. Natürlich bringen kulturelle Unterschiede auch Herausforderungen – da sind manchmal viele Gespräche notwendig", sagt Direktorin Sr. Hanna Neißl.

Mag. Elisabeth Binder, © Andreas Binder
Mag. Elisabeth Binder, © Andreas Binder


Es ist uns im VfFB wichtig, den Kindern und Jugendlichen kulturelle, geschichtliche und religiöse Zusammenhänge zu vermitteln. Wir sind davon überzeugt, dass Dialog und Voneinander-Lernen die Voraussetzung für ein respektvolles Miteinander sind", betont Elisabeth Binder, Geschäftsführerin des VfFB.

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