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„Eins ist größer als drei“ – VfFB-Startfest in Graz

„Gemeinsam in die Zukunft“ – unter diesem Motto feierten die VfFB-Familie und ihre Wegbegleiter:innen am Samstag, 17. September, am Standort der Grazer Schulschwestern in Graz Eggenberg einen Meilenstein: die Übernahme der Trägerschaft der mehr als 50 Einrichtungen der Franziskanerinnen von Vöcklabruck, der Franziskanerinnen Amstetten und der Grazer Schulschwestern – nach der Gründung des VfFB vor drei Jahren und der Übernahme des operativen Managements nun der nächste logische Schritt.


„Wir besiegeln ein neues altes Werk in gemeinsamer Trägerschaft, ein Werk, das durch Vision und Herzkraft, durch Behutsamkeit und Ausdauer, durch Fleiß und Rechenleistung, durch Unsicherheit und Hoffnung hindurch gewachsen und gereift ist: Mit 1.9.2022 wurden drei Trägerschaften in eine gemeinsame gebündelt übergeben. Die Historie kennen wir, jetzt gilt es zu feiern und zu danken“ – mit diesen Worten begrüßte Sr. Sonja Dolesch, Vorstandsvorsitzende im VfFB und Hausherrin, die rund 120 Gäste. Neben Vertreter*innen der Einrichtungen und der Orden waren viele Wegbegleiter*innen und Mitarbeiter*innen des Vereins für Franziskanische Bildung gekommen.


Gemeinsame Vision wurde Wirklichkeit


Sr. Sonja Dolesch (Grazer Schulschwestern), Sr. Angelika Garstenauer (Franziskanerinnen von Vöcklabruck) und Sr. Franziska Bruckner (Franziskanerinnen Amstetten) zeigten sich erfreut und dankbar für das, was gelungen ist und für den gemeinsamen Weg. Es sei mehr als eine rechtlich formale Zusammenführung. Es sei eine Verbundenheit, die unter den drei Ordensgemeinschaften gewachsen sei und guttue.



VfFB-Geschäftsführerin Elisabeth Binder rief die Motivation für die Gründung des gemeinsamen Schulvereins in Erinnerung: Die wirtschaftliche Absicherung der Einrichtungen und das Weiterleben und die Vermittlung der Franziskanischen Werte in den Einrichtungen. Sie bedankte sich bei allen, die intensiv daran gearbeitet haben, dass die gemeinsame Vision Wirklichkeit wurde. Mit einer Linzer Torte bedankte sie sich bei den Ordens-Oberinnen und ihrer Assistentin und „rechten Hand“ Sarah Schaubmeier, engagierte Mitarbeiterin der ersten Stunde.



„Ein Meilenstein von dem aus wir weitergehen“


In der anschließenden Podiumsdiskussion kamen Mitarbeiter:innen und Wegbegleiter:innen zu Wort: Sr. Edith Payerl (Franziskanerinnen Amstetten) und Sr. Johanna Pobitzer (Franziskanerinnen von Vöcklabruck) berichteten über die Anfänge des VfFB und mit welchen Gefühlen sie in die Zukunft blicken. Sr. Johanna erzählte, dass am Beginn zwei Erfahrungen gestanden sind: „Eine Erfahrung des Mangels in Form einer ungewissen Zukunft und eine Erfahrung der Erfüllung, nämlich die Fülle des franziskanischen Charismas mit Impulsen für ein Leben in Gesellschaft im Heute.“ Die Gründung und die Übergabe an den VfFB sei ein Meilenstein, „ein Punkt, von dem aus wir weitergehen. Es ist kein Verabschieden, sondern eine andere Art und Weise dabei zu sein“, so Sr. Johanna. Sr. Edith bekräftigte, dass sich gezeigt habe, dass „eins größer als drei ist“ und „gemeinsam mehr möglich ist als allein“.


Christian Lagger, Direktor der Elisabethinen Graz und Vorstandsmitglied des VfFB, betonte wie wichtig Kooperation und Zusammenarbeit in heutigen Zeiten sei, denn „wir werden die Zukunft nur gemeinsam bewältigen.“


Stellvertretend für die Einrichtungen berichteten die Leiter:innen Maria Gebetsberger (Kindergarten Frankenburg), Christof Laumer (BAfEP Amstetten) und Gertrud Maier (Private Volksschule Sr. Klara-Fietz) von ihren Erfahrungen. Sie bestätigten einstimmig, dass das franziskanische Charisma in allen Einrichtungen spürbar und lebbar sei. Im Zentrum stehen dabei der Dienst am Menschen, ein wertschätzender Umgang miteinander, Kommunikation auf Augenhöhe sowie eine starke Gemeinschaft.



Wir sind VfFB

Gemeinsam kreierten die Menschen im Publikum schließlich eine Wortwolke, in der sie ihre Wünsche für die Zukunft des VfFB formulierten.



Wie und wo in den Bildungseinrichtungen Beziehung gelebt wird, vermittelt ein für das Fest produziertes Video.



Im Anschluss präsentierten Schüler:innen der Privaten Mittelschule und des ORG Graz-Eggenberg einen Ausschnitt aus dem Musical „Tom Sawyer“ und gaben einen beeindruckenden Einblick in ihre Gesangs- und Schauspielkünste. Durch den Festakt führte Ursula Sitner, Pädagogin der Privaten Volksschule Graz-Eggenberg des Vereins für Franziskanische Bildung.



„BeziehungsWEISE leben“


„Begegnung und Bildung“ war zentrales Thema des Festvortrags von P. Cornelius Bohl, Franziskaner München. Er ging in seinem Vortrag der Frage nach, was Menschen formt und stellte die Überlegung in den Raum, dass es oft die Begegnung mit „dem Fremden“ sei, die reize und neugierig mache, aber oft auch mit Angst verbunden sei und eine Bedrohung darstelle. Mit Blick auf die Gründung des VfFB stellte er drei Gedanken ins Zentrum seines Vortrages:

  • Ich brauche den anderen, um weiterzukommen. Denn Entwicklung geschieht immer in Zusammenarbeit.

  • Ich brauche den anderen, um zu wissen, wer ich bin.

  • Wir brauchen einander, um die Welt und die Gesellschaft zu gestalten.

„Begegnungen bereichern, und wenn wir einander fördern, können wir gemeinsam die Welt gestalten“, so P. Cornelius Bohl. „Zukunft für den Einzelnen gibt es nur in gelebter Solidarität“ und „am Anfang steht immer der Mut zur Begegnung mit dem anderen“, bekräftige der Franziskaner abschließend.



Festgottesdienst mit Bischof Wilhelm Krautwaschl


Im Anschluss an den Festakt feierte die Festgemeinde Heilige Messe in der Mutterhauskirche der Grazer Schulschwestern mit Schulbischof Wilhelm Krautwaschl. In seiner Predigt betonte er: „Wenn wir heute im ‚Verein für Franziskanische Bildung‘ feiern, dann bedeutet dies: Das, was wir Christen von der Bildung ‚halten‘ und daher auch einbringen in die Gesellschaft, wird unter dem Schlüssel der Spiritualität und des Weges, den der hl. Franziskus und die hl. Klara vorangegangen sind, aufgeschlossen. Und dazu möchte ich am heutigen Tag Sie und uns alle ermutigen und anspornen. Wir haben der Welt viel zu bringen mit dem, was in der Nachfolge Jesu vom hl. Franziskus zu uns gekommen ist. Demut, Hingabe, Liebe und mehr ließe sich nennen – Tugenden, die unser Leben gut und lebenswert machen.“



Schlüssel, Siegel, Tau – Drei Symbole für die christlich-franziskanischen Grundsätze


Zum Abschluss des feierlichen Tages überreichten die Ordensvertreterinnen drei Symbole an VfFB-Geschäftsführerin Elisabeth Binder. Sr. Sonja Dolesch überreichte alte große Schlüssel als Symbol, dass auch in einer smarten und digitalisierten Welt eines bestehen bleibe: die Aufgabe und Herausforderung, die Herzen der jungen Menschen in den Bildungseinrichtungen zu öffnen. Sr. Angelika Garstenauer übergab die Siegel der bisherigen Vereine als Zeichen dafür, dass nicht nur die Geschäftsführung, Verwaltung und Amtsführung der Geschäfte nun in den Händen des VfFB liegen, sondern auch die Fortführung des Auftrags, dem die drei Ordensgemeinschaften seit der Gründung verpflichtet sind. Sr. Franziska Bruckner überreichte ein Tau als Zeichen der franziskanischen Identität und Haltung, die die Bildungseinrichtungen in der Vergangenheit geprägt haben und auch zukünftig prägen soll.


Als Dank und Zeichen der gemeinsamen franziskanischen Verbundenheit, gab es zum Abschied für alle Mitarbeiter:innen im VfFB und die anwesenden Gäste des Startfests kleine TAU-Anstecker sowie ein so genanntes "Bschoad Binkerl" (Jausensackerl) für die Heimreise.



(c) Fotos: Richard Schuster, Foto Fischer

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